Fensterreinigung von altem Glas

Nicht immer hat man es beim Fensterreinigen mit neuartigen Gläsern zu tun. Hin und wieder kommt es vor, dass auch ältere Glasoberflächen von Schmutz befreit werden müssen. Dabei kann es sich um sogenannte Bleiverglasungen handeln. Das sind Fenster, bei denen die einzelnen Stücke aus Flachglas durch Bleiruten verbunden sind. Und die Schnittpunkte dieser Ruten hat man beim Einbauen verlötet. Es existieren unzählige Bleiglasfenster in verschiedensten Variationen, so zum Beispiel mit oder ohne Glasmalerei. Meist dienen sie zum Zweck der künstlerischen Darstellung.

Richtige Herangehensweise

Wie auch bei anderen Fenstern ist hier die Vorbereitung ein zentraler Faktor. In dieser Phase gilt es, sich auf die Reinigung eines speziellen Fensters einzustellen. Dazu zählt auch, die richtigen Werkzeuge bereitzulegen und sich einen konkreten Reinigungsplan zu schmieden. Im Zuge dessen sind unbedingt die variablen Eigenschaften der Fenster zu berücksichtigen. Die Reinigung kann jedoch nicht beginnen, solange kein Zutritt zu den Fenstern herrscht. Da gerade ältere Bleiverglasungen oft in Kirchen oder ähnlichen Einrichtungen verbaut sind, sind sie nicht immer ungehindert erreichbar. Ehe die eigentliche Arbeit anfangen kann, muss man sich also Zutritt zur Glasoberfläche verschaffen. Diese Art der Vorbereitungen ist essenziell und kann nicht umgangen werden.

Des Weiteren ist über die passenden Utensilien nachzudenken. Um Glasoberflächen anständig reinigen zu können, ist ausreichend Wasser vonnöten. Das gilt vor allem für Fenster mit spezieller Beschichtung oder in einer besonderen Ausführung. Verwendet man eine ausreichende Menge an Wasser, so wird die Gefahr von Kratzrückständen automatisch minimiert. Abgesehen davon ist es wichtig, sich mit den richtigen Tüchern auszurüsten.

Vorwaschen der Fenster

Ob es sich um ein Fenster mit Bleiverlötungen oder Einfassungen aus Holz oder Stein handelt, spielt bei der Vorbehandlung zunächst keine Rolle. Denn die sollte nur mit Wasser ausgeführt werden. Es gilt, die Scheiben erst gründlich abzuwischen und den groben Schmutz zu entfernen. Dabei sollte man sich zunächst nur der Innenseite des Fensters widmen. Bevor es an die Außenseite geht, empfiehlt es sich, die hartnäckigen Schmutzreste einzuweichen, sodass sie sich hinterher besser entfernen lassen. Diese Art der Vorreinigung stellt außerdem sicher, dass sich nach dem richtigen Reinigungsvorgang weniger Streifen bilden. Sollte man trotz allem auf schwer entfernbaren Schmutz stoßen, muss man aktiver nachhelfen. Bei der Wahl der passenden Utensilien ist jedoch verstärkt darauf zu achten, dass sie keine Kratzspuren erzeugen. Denn damit wäre die Glasoberfläche ruiniert.

Je nach Art der Fenster und Zielsetzung kann es notwendig sein, chemische Reiniger zum Einsatz zu bringen. An dieser Stelle muss man natürlich aufpassen, dass sie weder das Glas, noch die Einfassung oder Verlötung angreifen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, auf umweltschonende und nicht-aggressive Mittel zurückzugreifen. Hilfreich kann es sein, im Voraus in Erfahrung zu bringen, um welche Art der Einfassung es sich handelt. Denn sobald man weiß, um welches Material es sich handelt, kann man besser darauf reagieren.

Schützen der Elemente

Bei älteren Fenstern kann es ebenso entscheidend sein, die Elemente drum herum zu schützen, wie die Glasoberfläche selber. Besteht es beispielsweise aus Holz, so muss man beim Reinigen unbedingt darauf achten, es nicht zu sehr zu durchnässen. Normalerweise sorgt der Lack dafür, dass das Wasser restlos abperlt, doch dieser Schutz ist nicht immer gewährleistet. Zudem sollte man sich bei Fenstern eines älteren Baujahres nicht einfach darauf verlassen. Ganz ähnliche Regeln gelten auch für andere Materialien.

Zusammen mit der Reinigung der Glasoberflächen sollte man auch das gesamte Fenster säubern. Hier sind jedoch verschiedene Hinweise zu beachten. Verfügt das jeweilige Fenster beispielsweise über Silikon-Versiegelungen, so können diese meist ohne große Bedenken gereinigt werden. Bei Silikon ergibt sich nur dann ein Problem, wenn es noch frisch und nicht komplett ausgehärtet ist. Beim Putzen der Holzoberflächen ist stets auf Beschädigungen zu achten, da an den Schadstellen deutlich vorsichtiger vorgegangen werden muss.

Bei einer Einfassung aus Stein oder Blei muss weniger auf deren Beschädigung geachtet werden, da die Stoffe wesentlich robuster sind. Stattdessen ist vor allem bei Fenstern mit einer Steineinfassung zu berücksichtigen, dass zu starkes Scheuern umso schneller zu Kratzspuren führen kann. Denn allzu oft finden sich kleinste Rückstände der Einfassung auf der Glasoberfläche wieder und führen beim Wischvorgang zu bleibenden Kratzern. Hier kann es sehr hilfreich sein, die Fenster zunächst mit ausreichend Wasser abzuspülen, um die winzigen Schmutzreste zu entfernen. Es handelt sich dabei noch nicht um den endgültigen Reinigungsvorgang, sondern eher um eine Vorbereitung.

Technik und Sicherheit

Je nach Gebäude und Einrichtung sowie verwendeter Technik muss auf ein ausreichendes Maß an Sicherheit gesorgt werden. Sind die Fenster einfach zu erreichen, ist es natürlich unnötig, auf technische Hilfsmittel zurückzugreifen. Anders sieht es jedoch bei Fenstern in höheren Lagen aus. Hier kann eine mechanische Arbeitsbühne als essenzielle Hilfestellung dienen. In den meisten Fällen wird man mit einer ausfahrbaren Bühne von insgesamt 12 Metern Höhe auskommen. Doch darüber hinaus sind noch weitere Faktoren zu berücksichtigen. Eine entscheidende Rolle spielen beispielsweise die Sicherheitsvorkehrungen einer Arbeitsbühne. Im gewerblichen Bereich besteht die Verpflichtung, ein solches Gerät einmal im Jahr offiziell prüfen und bescheinigen zu lassen. Zudem ist bei der Arbeit entsprechende Schutzkleidung zu tragen. Hierbei gibt es keine allgemeinen Vorgaben, sodass individuelle Richtlinien einzuhalten sind. Diese kommen entweder von der Berufsgenossenschaft oder direkt vom Arbeitgeber.

Eine zuversichtliche Einstellung

Die Reinigung von altem Glas stellt im Grunde genommen keine übermäßige Herausforderung dar. Wichtig ist nur, schon im Voraus einschätzen zu können, womit man es zu tun bekommt. Hier kann die Untersuchung der zu reinigenden Glasoberflächen sehr dienlich sein oder aber das Suchen nach geeigneten Informationen beim Arbeitgeber. Es ist wichtig, herauszufinden, mit welchen Materialien man umgeht. Denn basierend auf diesem Wissen sind verschiedene Entscheidungen zu treffen. Es geht einerseits um die Wahl der Reinigungsmittel. Zu beachten ist, dass sie in keinster Weise aggressiv auf das Glas oder die Einfassung reagieren. Denn sowohl das eine als auch das andere darf beim Reinigungsvorgang nicht beschädigt werden.

Jedoch bringt das höhere Alter solcher Glasscheiben auch einige Vorteile mit sich. So muss man sich beispielsweise keine Gedanken um die Art der Beschichtung machen, da sie in den meisten Fällen gar nicht erst vorhanden sein wird. Bei all den Rahmenbedingungen, die ansonsten bei der Reinigung von altem Glas zu berücksichtigen sind, entfällt so zumindest ein zu beachtender Aspekt.