Beseitigung von Aussalzungen und Ausblühungen

Umgangssprachlich bezeichnet man Aussalzungen, wie sie fachlich richtig bezeichnet werden, als Ausblühungen. Sie machen sich durch weiße oder helle Salzablagerungen auf porösen Oberflächen, beispielsweise auf Natur- und Kunststein, auf Leder, auf Textilien oder auf Holz, bemerkbar. Damit derartige Aussalzungen entstehen können, muss die Oberfläche porös und saugfähig sein. Feuchtigkeit muss vorhanden sein und verdunsten können. Im Material der Oberflächen müssen lösliche Salze mit der Neigung zum Kristallisieren enthalten sein.

Das Zustandekommen von Aussalzungen

Solche Aussalzungen entstehen, wenn Wasser in die Bausubstanz eindringt und lösliche Salze heraustreten. In erster Linie handelt es sich dabei um Kalium- und Natriumsulfate. Nach der Abtrocknung der Bausubstanz verbleiben diese gelösten Salze an der Oberfläche des Bauwerks und kristallisieren. Das Kristallisieren dieser Salze führt zu einer Volumenzunahme, die zum Ausblühen führt. Auf der Oberfläche entstehen weiße Flecken.

Auch auskristallisierende Nitrate, die man als Salpeter bezeichnet, können zu Ausblühungen führen, wenn es zur Reaktion mit Ammoniak oder mit Exkrementen von Tieren, beispielsweise dem Urin von Hunden und Katzen, kommt.

Schutz vor Aussalzungen

Man kann Aussalzungen dauerhaft verhindern, indem man empfindliche Baustoffe vor der Durchfeuchtung schützt. Mit der Mauertrockenlegung ist ein wirksamer Schutz gegeben, zusätzlich können Kanäle und die Baugrube trocken gelegt werden. Die Bildung von Stauwasser wird auf diese Weise verhindert. Weiterhin kommt es darauf an, Nitratvorräte zu beseitigen. Für die Entsalzung von Bauwerken können die Auswaschtechnik oder die Kompressentechnik genutzt werden. Kompressen aus Zelluloseverbindungen können die Nitratvorräte aufnehmen. Imprägniermittel können genutzt werden, um die Poren zu verschließen. Das Eindringen von Feuchtigkeit wird damit unterbunden, doch können die Salze in die Bausubstanz eindringen.

Beseitigung von Aussalzungen

Kann eine Durchfeuchtung eines Bauwerks nicht verhindert werden, so kann man Aussalzungen zuerst durch Abbürsten oder Abkratzungen beseitigen. Die Stellen werden gezielt mit einer Bürste mit weichen Naturborsten behandelt. Für die Entfernung besonders hartnäckiger Ausblühungen reicht das Abbürsten nicht aus. Man kann den kristallinen Schleier mit einer säurehaltigen Lösung oder mit einem Spezialreiniger entfernen. Man muss diese Reinigungsmaßnahmen immer wiederholen, da es ständig zu solchen Ausblühungen kommt. Will man Ausblühungen dauerhaft verhindern, kommt es darauf an, die Ursachen dafür herauszufinden und zu beseitigen. Ein Sachverständigenbüro kann helfen, die Ursachen aufzudecken, und Tipps zur Beseitigung geben. Es ist nicht immer möglich, die Ursachen dauerhaft zu beseitigen. Die entsprechenden Maßnahmen sind sehr aufwendig oder gar nicht möglich, wenn es sich um ältere Bauwerke oder um Fehler bei der Durchführung eines Bauvorhabens handelt. Keinesfalls sollte man, solange die Art der Aussalzung nicht bekannt ist, Säuren wie z.b. Phosphorsäure oder Salzsäure zum Einsatz bringen. Diese könnten das Schadensbild noch weiter verstärken.

Wirksame Behandlung von Aussalzungen

Hat man die Aussalzungen beseitigt, kann man spezielle Imprägniermittel für die Behandlung der betroffenen Stellen nutzen. Die Poren werden verschlossen, Feuchtigkeit kann nicht mehr in die Bausubstanz eindringen. Um diese Imprägniermittel auftragen zu können, muss der Untergrund gründlich gereinigt werden, damit kein Schmutz beim Auftragen in die Bausubstanz eindringen kann; auch die Reinigung von Mörtelfugen ist wichtig. Nur auf sauberem Untergrund sind derartige Maßnahmen auf Dauer wirksam. Nicht in jedem Fall sind derartige Maßnahmen wirksam. Bei älteren Bauwerken sind solche Maßnahmen besonders aufwendig, doch versprechen sie nicht immer Erfolg. Man kommt bei älteren Bauwerken nicht darum herum, diese Ausblühungen regelmäßig durch Abbürsten oder mit Spezialreinigern zu beseitigen.